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International Physicians for the Prevention of Nuclear War - Austria

 
Petition für die Offenlegung der Daten zu Fehlbildungen im Irak Drucken
Sunday, 4. August 2013
Die irakische Kinderärztin Dr. Samira Alaani hat eine Change.org Petition ins act4iraqLeben gerufen, in der die Veröffentlichung von Daten über die Rate von Geburtsfehlern im Irak in der Open-Access-Zeitschrift PLoS One durch die WHO und die irakische Regierung gefordert wird, nachdem es in der Vergangenheit wiederholt zu Verzögerungen gekommen war. Die Ergebnisse der landesweiten Studie, die vom  irakischen Gesundheitsministerium und der Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2012 durchgeführt wurde, sind nun längst überfällig.

Irakischen Forschern zufolge, die vom BBC zu Beginn dieses Jahres interviewt wurden, bestehe eine Verbindung zwischen einer erhöhten Inzidenz von Missbildungen und Gebieten, die schweren Kämpfen im Irakkrieg von 2003 ausgesetzt waren - eine äusserst wichtiges und politisch sensibles Ergebnis. 

Publikation in PLoS One würden eine unabhängigen Kontrolle der Daten ermöglichen und Befürchtungen reduzieren, dass aufgrund des umstrittenen Charakters der Studie WHO-interne Abläufe Objekt von Politisierung werden. Die Forschung wurde initiiert, nachdem Geburtskliniken im Irak sich besorgt über ungewöhnlich hohe Raten von angeborenen Missbildungen gezeigt hatten. Dies ist das erste Mal, dass die Häufigkeiten landesweit erhoben und analysiert wurden.

"Wir begannen Protokollierung der Fälle im Jahr 2006, und wir haben festgestellt, dass 144 Kinder mit einer Missbildung pro 1000 Lebendgeburten geboren werden. Wir glauben, es handelt sich um eine Folge der Kontamination durch die Kämpfe in unserer Stadt, auch heute, fast 10 Jahre später." berichtet Dr. Samira Alaani, ein Pädiaterin im Falludscha General Hospital. "Dies betrifft nicht nur Falludscha; Krankenhäuser im ganzen Gouvernement Anbar und vielen anderen Regionen des Irak verzeichnen einen stetigen Anstieg. Jeden Tag sehe ich die Belastung, die diese Angst für werdende Mütter und ihre Familien darstellt."

Die Verzögerungen bei der Veröffentlichung begannen sich im März fortzusetzen, nachdem der BBC World eine Reihe von Interviews mit Personal des irakischen Gesundheitsministeriums ausgestrahlt hatte. Wissenschaftler rund um den Globus hatten in der Folge in einer Petition die vollständige Offenlegung der Daten gefordert. Seitdem haben die WHO und das irakische Gesundheitsministerium eine Reihe von verfahrenstechnischen Hürden eingeführt, die eine Veröffentlichung der Ergebnisse bis heute verzögert haben. Neben eines höheren Vertrauens der Öffentlichkeit in die Analyse der Daten, würde die Publikation im PLoS One auch eine weit schnelleren Prozess des Peer-Review bedeuten.

"Es ist äußerst wichtig für das irakische Volk, dass diese Daten in einer schnellen und transparenten Art und Weise veröffentlicht werden",  so Doug Weir, Koordinator der International Coalition to Ban Uranium Weapons. "Sie sind ein wichtiger erster Schritt, um zu untersuchen, welche Folgen für die öffentliche Gesundheit die Kontamination der Umwelt durch den Irak-Krieg hat, sowie diese zu reduzieren. Keine Verzögerungen mehr: Es gibt ein intensives internationales Interesse an der Krise des irakischen Gesundheitswesens und eine Open-Access-Publikation ist der einzige Weg, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Peer-Review-Prozess zu gewährleisten."

Wenn die Ergebnisse Kontamination militärischen Ursprungs mit Geburtsschäden verbinden, wird es eine unerfreuliche Lektüre für die USA und ihre Koalitionspartner werden. Forscher haben schon lange angenommen, dass die Verschmutzung durch Schwermetalle und andere toxische Stoffe während des Konflikts eine langfristige Gefahr für die Gesundheit darstellt, insbesondere dort, wo Umwelt-Monitoring und -Management von Nachkriegsproblemen gestört sind.

 

Zur Petition: www.change.org/act4iraq

 

Newsflash

26. September ist "International Day for the Total Elimination of Nuclear Weapons" 
http://www.un.org/en/events/nuclearweaponelimination/
"The consequences of any further use of nuclear weapons, whether intentional or by mistake, would be horrific. When it comes to our common objective of nuclear disarmament, we must not delay -- we must act now."

Secretary-General Ban Ki-Moon

 
Die IPPNW ist seit Jahren im Prozess zur Einführung des globalen Waffenhandels- Standards ATT (Arms Trade Treaty) beteiligt. Hier die Neuigkeiten der letzten Monate dazu:

Mit August werden 85 Staaten (von 193 UN Mitgliedsstaaten) das ATT Ratifiziert haben.

In den letzten informellen Treffen im Mai und Juni wurde über die Veröffentlichung der jährlichen Berichte zu Waffen Exporten, Importen und Transits diskutiert. Inwiefern diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, und welche Details die Berichte enthalten sollen ist noch unklar.

Für uns ist eine möglichst umfassende Veröffentlichung eines der Hauptanliegen, da nur durch Transparenz ein Waffenhandelsabkommen sinnvoll und kontrollierbar ist.

Von 22.-26. August 2016 findet die 2. Conference of State Parties in Genf, dem Sitz des ATT Sekretariats, statt (Wie Sie sich vielleicht erinnern können, hat auch das österreichische Außenministerium angeboten, das ATT Sekretariat zur Verfügung zu stellen – die Wahl fiel dann aber auf Genf).

Im Vorfeld dieser jährlichen Evaluierungskonferenz werden wir uns wieder mit den österreichischen Vertretern des Aussenministeriums intensiv in Verbindung setzen um unsere Forderungen für mehr Transparenz, aktive Einbindung der NGOs und für strikte Einhaltung der Vereinbarungen einzubringen.



 

Gemeinsam mit Dr. Robert Mtonga aus Sambia und Maria Valenti aus den USA durfte ich jetzt über fast 3 Jahre ein spannendes Projekt in Sambia leiten. Vor meinem Turnus bei den Barmherzigen Schwestern in Linz arbeitete ich in Lusaka, der Hauptstadt Sambias, und seitdem wollte ich mich für die Menschen dort engagieren. Sambia gehört zu den 10 ärmsten Ländern der Welt, mit einer Lebenserwartung von knapp 40 Jahren.

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