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IPPNW Österreich (OMEGA)

International Physicians for the Prevention of Nuclear War - Austria

 
Victim Assistance Project in Zambia Drucken
Thursday, 3. April 2014

Gemeinsam mit Dr. Robert Mtonga aus Sambia und Maria Valenti aus den USA durfte ich jetzt über fast 3 Jahre ein spannendes Projekt in Sambia leiten. Vor meinem Turnus bei den Barmherzigen Schwestern in Linz arbeitete ich in Lusaka, der Hauptstadt Sambias, und seitdem wollte ich mich für die Menschen dort engagieren. Sambia gehört zu den 10 ärmsten Ländern der Welt, mit einer Lebenserwartung von knapp 40 Jahren.


In Zusammenarbeit mit der IPPNW (International Physicians for prevention of Nuclear War) Sambia habe ich mit der IPPPNW Österreich (www.ippnw.at) im August 2012 Jahres ein Projekt gestartet, das zum einen die Fälle interpersoneller Gewalt im Umkreis von Lusaka erheben und näher klassifizieren soll und zum anderen das Netzwerk zur Hilfe betroffener Menschen stärken soll.
Dazu wurden in der ersten Phase, die bis Januar 2013 lief, PatientInnen des Universitätskrankenhauses in Lusaka interviewt. Es wurden Informationen über die Verletzungen und über den Tathergang gesammelt. Darüber hinaus wurde erfragt, ob der/die PatientIn bereits außer-medizinische Hilfe in Anspruch genommen hat oder gedenkt dies in weiterer Folge zu tun.



Auszug aus den Daten des Zwischenberichts von 2013:
In 44 von 121 Fällen war das aktuelle Ereignis nicht die erste Begegnung mit Gewalt. Davon waren 32 PatientInnen (2 Männer und 30 Frauen) Fälle familiärer oder partnerschaftlicher Gewalt..
Auch die Anzahl der Kinder zwischen 0 und 15 Jahren ist mit 34 PatientInnen, leider bemerkenswert.
Von 121 Befragten (davon 62 Männer und 59 Frauen) hatten 104 bereits vor der Behandlung in der Klinik mit der Polizei, einer anderen Klinik oder der Victim Support Unit der Polizei Kontakt. 64 PatientInnen zogen in Betracht, sich noch weitere Unterstützung zu suchen, viele von ihnen gaben jedoch sofort an, dass sie nicht wüssten, an wen sie sich dazu wenden könnten.


Die Ergebnisse zeigen, dass die Problematik der häuslichen Gewalt an Frauen und Kindern allgegenwärtig ist und gerade das ist auch der Bereich, auf den einige Hilfsorganisationen, wie die „Zambian National Womens Lobby“, das „National Council of Catholic Women“ und das „YWCA (Young Women's Christian Assoziation) – Drop in centre for battered women“ in und um Lusaka bereits spezialisiert sind. Darüber hinaus stehen allen Opfern auch die Polizei, unter Anderem mit einer speziellen Victim Assistance Support Unit, sowie Sozialhelfer und Physiotherapeuten zur Verfügung.
Diese Organisationen haben wir uns für unsere Studie als Partner an Bord geholt und konnten in Interviews mit Mitarbeitern erfahren, dass es bereits zwischen einigen Organisationen eine Zusammenarbeit gibt, diese jedoch durch mangelnde Ressourcen verschiedener Art beschränkt ist. Ausserdem wird der Ressourcenmangel auch häufig als Problematik bei der Dokumentation der KlientInnenfälle sowie der Schulung und Bezahlung von MitarbeiterInnen genannt.

Zu Beginn der zweiten Studienphase konnte Ende Februar 2013 in Lusaka eine Schulung für MitarbeiterInnen unserer Partnerorganisationen, sowie ÄrztInnen und MedizinstudentInnen der Notaufnahme durchgeführt werden, bei der mit Hilfe von Präsentationen und Gruppenarbeiten Verbesserungsmöglichkeiten der individuellen Versorgung erörtert wurden. Durch die Vielfalt der Organisationen konnten ausserdem verschiedenste Erfahrungen ausgetauscht und eingebracht werden.
Zeitgleich gingen Poster, Broschüren und Pocketcards für betroffene Frauen und Männer in Umlauf, die über Hilfsmöglichkeiten informieren sollen.

Im letzten Schritt wurden bis Herbst 2013 weitere Interviews mit PatientInnen und MitarbeiterInnen geführt,um zu evaluieren, ob unsere Bemühungen erste Früchte tragen und es gelingt, das Netzwerk zwischen Krankenhaus und Hilfsorganisationen zu festigen und den Betroffenen näher zu bringen.
Im Sommer 2014 werde ich nach Kazachstan reisen, um in der Stadt Semey an der dortigen Uni unser Projekt zu präsentieren und gemeinsam mit den KollegInnen vor Ort ein ähnliches Projekt zu planen.

Wir möchten uns herzlich auf diesem Weg bei den 29 Medizin- StudentInnen der 3 österreichischem Medizin- Unis bedanken, die in Lusaka „nur“ für ihre persönliche Erfahrung und die Unterstützung der Menschen vor Ort ein oder meherere Monate Tätig waren.

Unter ippnw.at „victim assistance project“ sind Erfahrungsberichte und weitere interessante Infos und Details zum Projekt abrufbar. Die fertige Studie wird auf WHO Ebene und auch in medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht – wir werden Sie auch in den OMEGA News (der Zeitschrift der IPPNW) auf dem laufenden halten!

 

Newsflash

26. September ist "International Day for the Total Elimination of Nuclear Weapons" 
http://www.un.org/en/events/nuclearweaponelimination/
"The consequences of any further use of nuclear weapons, whether intentional or by mistake, would be horrific. When it comes to our common objective of nuclear disarmament, we must not delay -- we must act now."

Secretary-General Ban Ki-Moon

 
Die IPPNW ist seit Jahren im Prozess zur Einführung des globalen Waffenhandels- Standards ATT (Arms Trade Treaty) beteiligt. Hier die Neuigkeiten der letzten Monate dazu:

Mit August werden 85 Staaten (von 193 UN Mitgliedsstaaten) das ATT Ratifiziert haben.

In den letzten informellen Treffen im Mai und Juni wurde über die Veröffentlichung der jährlichen Berichte zu Waffen Exporten, Importen und Transits diskutiert. Inwiefern diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, und welche Details die Berichte enthalten sollen ist noch unklar.

Für uns ist eine möglichst umfassende Veröffentlichung eines der Hauptanliegen, da nur durch Transparenz ein Waffenhandelsabkommen sinnvoll und kontrollierbar ist.

Von 22.-26. August 2016 findet die 2. Conference of State Parties in Genf, dem Sitz des ATT Sekretariats, statt (Wie Sie sich vielleicht erinnern können, hat auch das österreichische Außenministerium angeboten, das ATT Sekretariat zur Verfügung zu stellen – die Wahl fiel dann aber auf Genf).

Im Vorfeld dieser jährlichen Evaluierungskonferenz werden wir uns wieder mit den österreichischen Vertretern des Aussenministeriums intensiv in Verbindung setzen um unsere Forderungen für mehr Transparenz, aktive Einbindung der NGOs und für strikte Einhaltung der Vereinbarungen einzubringen.



 

Gemeinsam mit Dr. Robert Mtonga aus Sambia und Maria Valenti aus den USA durfte ich jetzt über fast 3 Jahre ein spannendes Projekt in Sambia leiten. Vor meinem Turnus bei den Barmherzigen Schwestern in Linz arbeitete ich in Lusaka, der Hauptstadt Sambias, und seitdem wollte ich mich für die Menschen dort engagieren. Sambia gehört zu den 10 ärmsten Ländern der Welt, mit einer Lebenserwartung von knapp 40 Jahren.

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