Nachruf Dr. Robert Mtonga
Monday, 20. March 2017

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Anfang März ereilte uns die überraschende Nachricht, dass Bob Mtonga an den Folgen einer chronischen Erkrankung verstorben sei. Der sambianische Arzt war bis vor 2 Jahren IPPNW Co- Präsident. Mit schweren Herzen nimmt die IPPNW Gemeinschaft und nehme ich von Bob Abschied.

Ich lernte Bob in Sambia vor etwa 7 Jahren kennen, wo er eine Studie zu Verletzungen durch Schusswaffen in Lusaka durchführte.
Als herzlichen, strahlenden und immer beschäftigten Arzt und Aktivisten traf ich ihn kurze Zeit später in Genf, bei einer UN Konferenz zum Arms Trade Treaty (ATT). Er brachte mir die Diplomatie in diesem Bereich nahe, nahm mich zu den Gesprächen mit und stellte mich vielen Politikern, Botschaftern und NGO Mitarbeitern vor. Er zeigte mir dort, und später in New York, Deutschland, Kasachstan etc. wie man durch Einsatz, Intelligenz und Charisma auf nationaler und internationaler Ebene sich für Abrüstung einsetzen kann.
Ich habe viel von ihm gelernt – und auch viel mit ihm gelacht. Er zeigte uns allen, wie bereichernd und aufregend der Einsatz für Menschen und für den Frieden ist.
Besonders eng war unsere Zusammenarbeit in den Jahren 2011 – 2014 wo wir gemeinsam mit Maria Valenti aus den USA das „Victim Assistance Project“ in Lusaka – der Hauptstadt Sambias – realisierten.
Bob war unentwegt bei den verschiedensten internationalen Konferenzen, Treffen und Aktionen aktiv dabei, respektierter Berater der Gesundheitspolitiker vor allem in seinem Heimatland und leidenschaftlicher Redner. Überall wo er auftrat, konnte er die Menschen für die gute Sache begeistern. Er brachte viele Projekte, Kooperationen und öffentlich wirksame Aktionen zustande.

Einer von Bobs größten Erfolgen war sicher der UN Beschluss des Arms Trade Treaty s Ende 2014. Für dessen Zustandekommen und die Implementierung dieses Waffenhandelabkommens hat er sich bis zu den letzten Tagen seines Lebens eingesetzt.
Ich hoffe, dass es gelingt, nur annähernd in seine Fußstapfen zu treten, und das ATT weiter zu entwickeln und zu einem wirkungsvollen Friedens – Werkzeug zu entwickeln und zu einer Plattform weltweiten Austauschs über Waffenhandel und Waffengewalt zu machen.

Bob bleibt uns mit seinem unglaublich großen Einsatz für Frieden und Abrüstung, seinem Humor und vor allem mit seiner herzlichen Art in Erinnerung und ist uns ein Vorbild in unserer Arbeit für die IPPNW.

Dr. Michael Schober